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hannah joka

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hände und worte verschlucken sich gegenseitig
auf halber strecke liegen geblieben
tank leer, randvoll
volltrunken ein mal durch den kopierer gejagt
aber die pointe vergessen

manchmal will man nicht wollen, aber soll
um den wollenden die inszenierung des tuns zu beklatschen
unter dem deckmantel einer viel zu großen bühne
auf der sich verzweifelt die relikte der tatkraft
um die letzte schürze streiten

und wieder ein mal fragst du dich
wonach es sich zu greifen lohnt
wenn der enthusiasmus verblüht ist
und die gewohnheit fault

streut man dir sand ins getriebe
trinkst du limonade
und lachst über weisheiten
die zu sagen versuchen
wie es wäre
wärest du ein dichter
und schreibtest über mich
von wäldern
von denen ich nie lesen würde
weil ich mich nicht interessiere
für poesie
aber für deine linien
die dich so sehr beschreiben wie rote weine an dir ranken
wenn du sprichst

ich möchte deine skizzen beantworten
und trete dabei in übermut
stinkend klebt er mir unter der sohle
und versucht sich zu behaupten
abkratzen lohnt sowieso nicht
auch wenn es mich juckt

jucken ist relativ
violetter traubensaft ist suggestiv
und der deine trifft mich mitten ins sprachzentrum

du verkehrt schöne welt!

brichst mir die hand
und schüttelst sie
ist das ein akt des respekts
oder die prophezeiung falscher geltung 
wie kunstschnee
lege ich mich über dich und hauche dir berge ein 

fragen ist relativ
treffen ist ultimativ
und deine berge
treffen mich mitten ins zentrum.

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in // outprocessing..

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Der dritte Vierklang liegt mir unberechenbar auf der Zunge
Denn unter ihm löst sich der Erste auf
Auch der Zweite
Mitsamt seiner wattierten Leichtigkeit

Ich probiere mich in gelben Formationen
Man sagt, das schaffe Harmonie
Doch Harmonie steht meiner Brust nicht
Wenn sie uferlos an jedem Fettauge stehen bleibt
Um sich in ihm zu ertränken

Die Zahnbürste übertreibt schonungslos
Mit ihren Behauptungen

Kann liebevoll gemeinter Pfusch auch
Bedingungslos tragen?
Und muss er das
Überhaupt
Halte ich nicht viel vom Geschehen
Ohne Halt
Keine leeren Hüllen rudimentärer Hoffnung mit
Ketchupflecken

Mit kribbelnden Händen wringe ich mich aus
Zwei mal
Und vergewissere mich erneut
Dass die Essenz ein fahles Blaugrün trägt
Das mich an einen Globus erinnert

Ich bin nicht aus Zeitungsausschnitten geklebt
Und sowieso kann ich sie nicht verstehen
Weil ich deine Schrift nicht entziffere

Sie raubt mir den letzten Zahnarztbesuch
Dienstag um dreizehn Uhr

Den Hörer schon in der Hand, entscheide ich
Mich für Erinnerungen an dich und merke
Wie sie mich bewältigen
Der Plan
War ein anderer
Der Auflauf
Ist schon kalt geworden
Wie der Rauch, der sich um meine Schläfen legt

Ein metaphysisches Tohuwabohu, das genau so
Absurd ist
Wie es klingt

Kommst du heute nicht
Komm ich morgen
Gibt der Fuchs auf
Ist der Hase am Zuge,
Ist der Löffel gegessen
Zwischen Larve und Daumen tritt
Der fluoreszierende Brei aus
Und
Noch einmal meditiere ich um
Das Verfallsdatum meiner Schlinge herum
Muss resignieren
Aber freue mich über das Violett an meiner Kniescheibe
Das sondergleichen nach Aufmerksamkeit schreit,
Während es sich wie Wollmäuse an das Tischbein heftet

Wenn ich in Oklahoma keine Quarkwickel lege,
Topfe ich in Potsdam keinen Kirschbaum um

Aber ich bin hier
Im singenden Kopf unter vernebeltem Mond
Zum neunten Mal probiert, zum Zehnten für gut befunden
Und warum diskutieren wir überhaupt darüber?

Bin in ein Schlüsselbein getreten, mit bloßem Fuße
Das Huhn muss groß gewesen sein
Wie viele Federn es wohl gebraucht haben muss
Um seine ungerupften Forderungen geheim zu halten?
In einem anderen Leben
Wird es mir das Rückgrat rauben
Und es lustlos mitschleifen
Zur Tanzschule
Denn wenn ich mit zerkochten Kichererbsen
Schon keine Gerechtigkeit schaffen kann
Wird es hoffentlich das Karma für mich tun

Ich möchte gehen, um einen Grund zu haben
Mich zu maskieren
Tendenz zu rosafarbener Wolle,
Tendenz steigend

Der gespannte Klang der Sitar zwinkert,
Rät zu tiefschwarzer Kohle
Doch ich kann nicht folgen
Bin zu abgelenkt

Von meinem Zimt an deinen Händen

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